Deep Dive: Wie wir den Aufwand für Statik-Gutachten um 95% reduziert haben

Von der Manufaktur zur Fabrik: Wie wir ingenieurstechnische Prüfprozesse so industrialisiert haben, dass Skalierung überhaupt erst möglich wurde.

Deep Dive: Wie wir den Aufwand für Statik-Gutachten um 95% reduziert haben

Ingenieurleistungen gelten traditionell als schwer skalierbar. Jedes Projekt ein Unikat, jede Berechnung Handarbeit. Bei VTM Statik haben wir diese Annahme in Frage gestellt und widerlegt. Das Ergebnis: Ein Prozess, der statt Stunden nur noch Minuten kostet.

Der Ausgangspunkt: Die "Manufaktur-Falle"

Ein klassisches Statik-Gutachten (z.B. für nachträgliche Anbauten oder Solaranlagen) folgte jahrzehntelang demselben Muster:

  1. Kundenanfrage per E-Mail (unstrukturiert).
  2. Rückfragen des Ingenieurs (Ping-Pong).
  3. Manuelle Berechnung und Modellierung.
  4. Händisches Erstellen des Berichts in Textverarbeitungsprogrammen.
  5. Rechnungsstellung.

Prozessdauer: 2 bis 4 Stunden pro Fall. Skalierbarkeit: Null. Wachstum war nur durch mehr Personal möglich ("Linearer Headcount").

Die Transformation: Industrialisierung des Wissens

Unser Ziel war es, den Ingenieur von der Erstellung zu befreien und ihn rein auf die Prüfung (Validierung) zu fokussieren. Wir haben den Prozess in drei Phasen radikal umgebaut:

1. Strukturierte Daten-Ingestion (Input)

Wir haben den E-Mail-Kanal geschlossen. Anfragen laufen ausschließlich über intelligente Frontend-Formulare.

  • Logik: Der Kunde (oder Partner) muss alle physikalisch relevanten Parameter (Material, Maße, Lasten) strukturiert eingeben.
  • Validierung: Fehlen Daten, nimmt das System den Auftrag gar nicht erst an. Das eliminiert 100% der administrativen Rückfragen.

2. Die "Pre-Calculation Engine" (Processing)

Statt dass ein Ingenieur das System jedes Mal neu modelliert, haben wir für Standard-Fälle (wie Balkon-PV) eine Regel-Engine gebaut.

  • Das System prüft die Eingabedaten gegen hinterlegte Normen und Grenzwerttabellen.
  • Es wird eine vorläufige Entscheidung (Grün/Gelb/Rot) errechnet.

3. Automatisierte Dokumentenerstellung (Output)

Das finale Gutachten wird nicht getippt, sondern generiert.

  • Textbausteine, statische Nachweise und Grafiken werden dynamisch zu einem PDF zusammengesetzt.
  • Der Ingenieur erhält einen fertigen Entwurf zur Unterschrift.

Das Ergebnis: Der 12-Minuten-Prozess

Durch diesen Tech-Stack haben wir die Bearbeitungszeit dramatisch gesenkt.

  • Vorher: ca. 180 - 240 Minuten (End-to-End).
  • Heute: < 10 Minuten (reine Prüfzeit durch den Ingenieur).

Das entspricht einer Effizienzsteigerung von über 95%. Der Ingenieur ist nicht mehr der Flaschenhals, sondern die qualitätssichernde Instanz ("Human-in-the-Loop").

Fazit & Ausblick

Dieses Projekt bei VTM Statik ist unsere Blaupause für den Dienstleistungssektor. Wir haben bewiesen: Auch komplexe, haftungsrelevante Fachthemen lassen sich standardisieren. Wir verkaufen keine "Stunden" mehr, wir verkaufen ein digitales Produkt mit ingenieurswissenschaftlichem Gütesiegel.

Die Frage ist nicht mehr "Wie viele Ingenieure haben wir?", sondern "Wie viel Traffic verträgt unsere Server-Infrastruktur?".


Projekt-Link: VTM Statik ansehen

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